Die Dorfchronik von Pinnow

Pinnow befindet sich in waldreicher Umgebung ca. 12 km westlich von der Deutsch-Polnischen Stadt Guben/Gubin. Durch den Ort verläuft die B 320 von Lieberose in Richtung Guben.
Mit 17 weiteren Dörfern gehört Pinnow zur Großgemeinde Schenkendöbern des Landkreises Spree-Neiße.
Von 1999 bis 2003 gehörte Pinnow zu der im Rahmen der vorletzten Gemeindefusion entstandenen Gemeinde Pinnow-Heideland, zu der neben Pinnow auch Lübbinchen, Staakow und Reicherskreuz gehörten.

Nur 1 km entfernt liegt der Pinnower See, ein beliebtes Paradies für Angler, Badegäste und Erholungsuchende gleichermaßen.
Pinnow gehört zum Naturpark Schlaubetal.

Die erste urkundliche Erwähnung reicht bis ins Jahr 1318 zurück.
Zu dieser Zeit wurde für Pinnow bereits ein dominus Johannis plebanus (Geistlicher) erwähnt. Das bedeutet, das Pinnow bereits sehr früh einen eignen Geistlichen besaß oder dieser dort wohnte.
Im Laufe der Jahre hat sich der Name von Pinno im 14. Jahrhundert über Pynnaw um 1500 bis hin zu Pinnow im 19. Jahrhundert entwickelt.
Der Name kommt aus dem slawischen und bedeutet eine Stelle, wo nach dem Roden Baumstämme stehen geblieben sind.

Nach mündlicher Überlieferung fand man Pinnow nicht immer an seinem heutigen Platz, es liegt die Vermutung nahe, dass sich der Ort vormals in unmittelbarer Nähe zum Pinnower See befand, dort wo man nun die Oberförsterei Eichhorst sieht.

An heutiger Stelle wurde das Dorf von den Pinnowern um 1450 als Breitengassendorf gebaut. Die erste Kirche entstand als Tochterkirche von Grano 1604.
In Pinnow sprach man lange Zeit sorbisch und trat für das Sorbentum ein.
Bis zur Aufhebung der Gutuntertänigkeit Mitte des vorigen Jahrhunderts war Pinnow Bestandteil der Herrschaft Lieberose.
Letzte rechtmäßige Besitzer waren Graf Otto und dessen Sohn Albrecht Friedhelm von der Schulenburg.
1723 bestand Pinnow aus einem herrschaftlichen Vorwerk mit Schäferei, 17 Untertanen (meist Kossäten), 1 Schützen, 1 Windmüller, 1 Teerofen in der großen Heide und der kleinen Filialkirche von Grano. 1817 zählte die Gemeinde 226 Einwohner.
Ein großer Brand 1848 äscherte Pinnow bis auf die Kirche und 2 Wohnhäuser ein.
Nach dem Wiederaufbau entstand der große Dorfplatz.
Im Jahre 1858 gab es in Pinnow 45 Häuser, 540 Einwohner lebten hier. 11 Jahre später baute man ein Schulhaus und 1880 ein Spritzenhaus. Pinnow ist somit noch recht jung im Gesamtblick auf die Dorfanlagen des Amtes.

Von Handwerken, die einmal in Pinnow betrieben wurden, zeugen heute nur die örtlichen Bezeichnungen.
Zum Beispiel die Windmühle, die sich am südlichen Ausgang von Pinnow Richtung Lieberose befand.
Am Pinnower See, direkt am Westufer, gab es einen Teerofen. Zur Gewinnung von Teer wurde der Holzreichtum der nahen Wälder genutzt. Für kurze Zeit gab es auch eine Glashütte.

1929 / 30 brannten in Pinnow zum letzten Mal Petroleumlampen. Stromleitungen wurden von Reicherskreuz nach Pinnow gezogen.

Im gleichen Zeitraum wurde auch das freie Standesrecht Lieberose aufgelöst und in eine Waldgutstiftung umgewandelt.
1943 aber gab es dann eine Enteignung zum Zwecke der Anlegung eines Truppenübungsplatzes. Im diesem Zusammenhang dachte man auch an eine Umsiedlung von Pinnow, diese erfolgte aber nicht.

Nach dem zweiten Weltkrieg zogen viele Flüchtlinge durch Pinnow, von denen einige auch blieben, die Einwohnerzahl stieg auf über 750.

1977 wurden die B 320 (damals F 320) und die Straße zum See mit einer Teerdecke überzogen.
Auch die Dorfstraße wurde befestigt, Gehwege angelegt und die Straßenbeleuchtung erneuert.

In Pinnow gibt es ein reges Vereinsleben, dabei das älteste ist das Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr, welches auf eine gesetzliche Vorschrift aus den 30er Jahren zurückgeht.
1982 wurde das Gerätehaus neu hergerichtet und 1995 saniert.

Seit ca. 25 Jahren spielen die Pinnower auch Vereinsfußball im „SG Pinnow e.V.“ Neben dem Angelverein wurde auch eine Jagdgenossenschaft gegründet.
Um gesundheitliche Belange kümmert man sich vor Ort in Pinnow dreimal in der Woche in Nähe des Friseursalons im Arztstützpunkt.
Dinge des täglichen Bedarfs und frische Backwaren findet man ebenfalls vor Ort.
Die Kleinsten des Ortes werden im Kindergarten liebevoll betreut und auch die Kinder der anderen Ortsteile sind für einige Stunden hier zu Hause.

Der Pinnower See verdankt seine Entstehung dem Wirken der Eiszeit.
Die besondere Form des Sees und das glasklare Wasser machen ihn zu einem Kleinod in unserer Heimat. Der See hat eine Wasserfläche von ca. 53,76 Hektar. Die reichen Kiefernbestände in Seenähe sind gerade durch Waldbrände immer wieder gefährdet. Der Pinnower See gehört zum Landschaftsschutzgebiet „Reicherskreuzer Heide - Schwansee“.
Früher war der See Eigentum des Grafen von der Schulenburg. Bei einem Tausch mit den Pinnower Bauern ging der See in ein gemeinschaftliches Eigentum von 14 Bauern über, die den See zur Fischzucht  und -gewinnung nutzten.

1924 kaufte Gottfried Schulze (damaliger Gastwirt in Pinnow) ein Stück Land am Nordufer um eine Gaststätte „Seeblick“ mit 4 Fremdenzimmern zu errichten. In den Kriegsjahren war der Gaststättenbetrieb zeitweise unterbrochen auf Grund der Besetzung durch Waffen-SS und später Flüchtlinge.
Der „Seeblick“ wurde dann von der VEB „Melde“ Cottbus gepachtet und als Ferienlager genutzt.
Um 1950 entstanden am Pinnower See die ersten 10 - 15 Bungalows. Heute findet man ca. 450 in 5 verschiedenen Siedlergemeinschaften.
Ab 1963 gab es die ersten Zelter am See.

Heute ist es etwas ruhiger geworden um den See, doch die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Der Wasserstand ist in den letzten Jahren merklich zurückgegangen.
Mit den Vereinen (Taucher -und Angelverein), den Siedlergemeinschaften, der Kommunalen Verwaltung und engagierten Bürgern soll dafür gesorgt werden das der See so schön erhalten bleibt. Damit auch unsere Kinder und Kindeskinder noch baden, angeln, tauchen und im Winter Schlittschuhlaufen können.

Die herrliche waldreiche Umgebung lädt zu Erkundungen per pedes, auf dem Rad oder auch Hoch zu Ross.
In jedem Fall ist Pinnow und die sehenswerte Umgebung eine Reise zu jeder Jahreszeit wert.

Zu einem Abstecher laden auch die:

* die nahe Grenzstadt Guben/Gubin
* die Reicherskreuzer Heide mit Findlingspark
* die Tausendjährige Eiche in Bärenklau
* die nahe Kloster- und Klosterbrauereistadt Neuzelle
* die zahlreichen Seen wie Klein-, Pastling- und Göhlensee


Besuchen Sie uns und vergessen Sie die Sorgen des Alltags in unserer
wunderschönen und ruhigen Heimat in und um Pinnow.

Autor: Doreen Lehmann
Pinnow
                      - mitten im Heideland
Dorfchronik
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